Warum du nicht verstehst, wie sich Algorithmen auf deine Meinungsbildung auswirken – und das kein Zufall ist
Description
Die Messung von Medienkonzentration und Meinungsmacht gehört zu den etablierten Aufgaben der Medienforschung und -regulierung. Für traditionelle Medien existieren bewährte Methoden: Marktanteile, Eigentumsstrukturen und Reichweiten lassen sich mit standardisierten Metriken erfassen und vergleichen. Bei digitalen Plattformen stoßen diese Ansätze jedoch auf systematische Grenzen.
In meinem Erfahrungsbericht zu meiner Forschung beim "Media Ownership Monitor" und am Digital Democracy Centre der Syddansk Universiteit, nehme ich das Publikum mit in eine Welt undemokratischer Metriken und intransparenter Designs. Im Zentrum stehen drei Beobachtungen: Metriken, wie "Reichweite", "Engagement" oder "aktive Nutzer", sind inkonsistent und wenig Vergleichbar. Trending- und Top-Ranglisten verschwinden und mit ihnen die Orientierung. Die wirklich entscheidenden Daten sind proprietär.
Die zentrale These: Intransparenz ist kein technisches Nebenprodukt komplexer Systeme, sondern ein erkennbares Muster, das systematisch externe Kontrolle erschwert und Plattformmacht der demokratischen Rechenschaftspflicht entzieht.