Description
Während der Mietenwahnsinn in jedem dritten Smalltalk Thema ist, wird er von Leitmedien eher steril anhand von Zahlen besprochen. Abgesehen von den obligatorischen Beiträgen über Studis in Sporthallen und Familien auf Wohnungssuche. Dabei bedroht die Vereinzelung im Kampf um Wohnraum das Gemeinschaftsgefühl, das in diesen politischen Zeiten so wichtig ist. Und hier kommt Social Media ins Spiel: Der Austausch in den Kommentarspalten stärkt das Verständnis der Wohnkrise als strukturelles Problem. Davon können auch Medien und Journalismus einiges lernen: Großflächige Krisen wie der Mietenwahnsinn brauchen mehr als eine Symptombeschreibung, das Nachplappern von Narrativen der Immobilienlobby und das kühle Abbilden von Zahlen. Stattdessen gilt es, die Funktionsweise des Wohnungsmarkts zu erklären, Verantwortliche zu benennen, die Zahlen zu interpretieren und die Symptome einzuordnen. Lara Schulschenk hält ein Plädoyer für digitalen und nahbaren Journalismus mit Haltung, der Menschen in der Wohnkrise nicht allein lässt. Konkret macht sie dies anhand praktischer Beispiele aus der aktuellen Berichterstattung – positiv sowie kritikwürdig.