Viral, emotional, radikal - hätte die AfD ohne Tiktok zehn Bundestagsmandate weniger?
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Eines der letzten großen Geheimnisse der Wahlforschung lautet: Was mobilisiert die Bürger:innen, damit sie ihre Stimme bei einer Wahl einer bestimmten Partei geben? Und wie groß sind am Ende die Effekte von klassischen Tür-zu-Tür-Besuchen, verschenkten Kondomen am Wahlkampfstand, einer viralen Rede auf TikTok?
Social-Meda-Plattformen wird ein sehr großer Einfluss auf den Wahlkampf und auf das Endergebnis zugeschrieben. Die Forschung ist sich bisher aber nicht einig. Im Nachgang der Bundestagswahl hat DIE ZEIT mit Hilfe von Daten aus der Wahlforschung versucht, Wähler:innen zu vergleichen und die TikTok-Nutzung in Stimmen und damit Mandate umzurechnen. Mit dem klaren Ergebnis: Die AfD hat über 700.000 Stimmen dank ihrer erfolgreichen TikTok-Vertikals gewonnen. Im Endeffekt war TikTok für 1,6 Prozentpunkte für die AfD verantwortlich - das entspricht etwa zehn Sitzen im Bundestag.
Hatte die AfD schlicht die beste Social-Media-Strategie? Haben die Parteien der Mitte die Plattform vernachlässigt? Oder kann man auf Tiktok nur mit populistischen Inhalten Erfolg haben? Muss die Plattform reguliert werden, um die Demokratie zu retten? Oder gar verboten?