re:publica 2026 / Session

Ganz normale Medien und ihr Beitrag zum Comeback des Faschismus

May 20, 2026 • 16:45 – 17:15
Open on conference website
Scheduled
Stage: Stage 1
Format: (Kurz-) Vortrag (Medien & Öffentlichkeit)
Language: de (Live interpretation)

Description

Autoritäre und neofaschistische Kräfte profitieren weltweit von einer Doppelstrategie: Einerseits setzen sie seit Jahren auf neue Digitalplattformen, um Menschen direkt zu erreichen - und profitieren dort von deren Algorithmen. Andererseits profitieren sie aber auch von ganz normalem Journalismus in ganz normalen Medien und deren "Algorithmen": falsche Ausgewogenheit, falsche Gleichsetzung, falsche Dilemmata, Doppelstandards, Mikrofonständerjournalismus und viele weitere Standardsituationen des Medienversagens mehr.

Entscheidend ist dabei, dass diese nicht Ausnahme- sondern Regelfall von normalem, sich als möglichst 'neutral' oder 'objektiv' verstehendem Journalismus sind. Es ist nicht nur der 'Boulevard', es sind nicht nur Axel-Springer- und Newscorp-Medien. Sondern es sind dominante Medienlogiken bis tief hinein in den Qualitätsjournalismus, die sie zu hilflosen Helfern und damit aktiven Ermöglichern neofaschistischer Kommunikationsstrategien und Raumnahme machen. 

Die zentrale Ableitung: Journalism-as-usual muss enden. Medien ohne klare, antifaschistische Ausrichtung sind Teil des Problems und nicht der Lösung. 

Speakers (2 speakers)

L

Leonhard Dobusch

Professor für Organisation | Blogger

N

Nadia Zaboura

Kommunikationswissenschaftlerin, Publizistin und Medienkritikerin