Schule im AI-Slop: Wie wir dem Bullshit Szenario in der Bildung entgehen
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Künstliche Intelligenz ist in der Schule angekommen. Spezielle Schul-KI wird ausgerollt. Alles gut also? Kommt drauf an. Von breitgefächerter digitaler Souveränität sind wir noch weit entfernt. Die Frage ist nicht, ob Large Language Modelle genutzt werden, sondern mit welcher Haltung und mit welchen Zielen. Und ob es zukünftig nationale und/ oder europäische Lösungen gibt, die die Unabhängigkeit unserer Bildung gewährleisten. Aktuell lassen sich drei Szenarien erkennen.
Szenario 1: War da was? Im Blindflug-Szenario bleibt Schule strukturell unverändert. Prüfungen, Aufgabenformate und Kontrolle stammen aus einer analogen Zeit, während KI im Hintergrund längst mitläuft. Offiziell wird sie problematisiert, faktisch ignoriert. Lernen wird dadurch nicht geschützt, sondern entwertet. KI wird blind genutzt, amerikanische Anbieter profitieren.
Szenario 2: Willkommen im Hype! Das zweite Szenario ist die Begeisterung. KI gilt hier als Lösung für alles, was mühsam ist. Analysen, Formulierungen, Denkwege werden ausgelagert, während vage „Zukunftskompetenzen“ beschworen werden. Bildung droht zur Oberfläche zu werden: effizient, modern, aber inhaltlich ausgedünnt. Fragen nach digitaler Souveränität werden ausgeblendet.
Szenario 3: Nur ein weiterer Schritt. Im dritten Szenario rückt Bildung wieder ins Zentrum. Und damit aber auch Meta-Kompetenzen rund um Motivation, Selbstregulierung und Interesse. KI wird als Werkzeug genutzt, um zu erklären, zu üben und zu differenzieren. KI wird auch nach ihren ethischen Dimensionen bewertet. Ansonsten konzentriert sich Schule auch auf das, was nicht automatisierbar ist: Verstehen, Urteilen, Beziehung. Lernen bleibt anstrengend – aber sinnvoll.
Eine Signierstunde mit Bob Blume findet am Büchertisch vom Kulturkaufhaus Dussmann am 19.05. von 19.30 - 20.00 Uhr statt.
Speakers (1 speaker)
Bob Blume
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