Polarisierung: Gefahr oder Motor für die Demokratie?
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So weit verbreitet die Annahme auch ist, wir lebten in einer Gesellschaft, die in immer weiter auseinanderdriftende Meinungslager zerfällt – die empirische Sozialforschung findet dafür kaum Anhaltspunkte. Dass die Öffentlichkeit sich selbst so hartnäckig als zerrissen beobachtet, versteht man auch deshalb besser, indem man die Medien dieser Beobachtung in den Fokus nimmt. Dann zeigt sich, dass moderne, sich massenmedial selbst beobachtende Demokratien aus vielerlei Gründen dazu tendieren, sich selbst Polarisierung zu unterstellen: Das schafft Übersicht, Dringlichkeit und motiviert das Publikum, dranzubleiben. Polarisierung an sich kann man deshalb zwar bedauern, aber wohl auf absehbare Zeit kaum überwinden – was die Frage umso dringlicher macht, an welchen konkreten politischen Konflikten Polarisierung sich aufbaut und welche Akteure davon profitieren.
Speakers (1 speaker)
Nils C. Kumkar
Wissenschaftlicher Mitarbeiter