Research Chemicals: Wie Plattformökonomie und Prohibition Drogen immer gefährlicher machen.
Description
Der mittlerweile geschlossene Online-Shop von „Quasar Chemicals“ steht beispielhaft für ein neues, digitales Drogenökosystem. Legale Online-Shops im Clear Net bieten Substanzen an, die als „Research Chemicals“ verkauft werden. Sie imitieren die Effekte von "etablierten" Drogen wie Heroin, Kokain, MDMA, LSD, Benzodiazepine, Ketamin oder Cannabis. Nur sind Risikopotenzial, Effekte und Nebenwirkungen dieser Substanzen nicht erforscht. Herstellern und Konsumierenden geht es dabei in erster Linie um Straffreiheit. Weil die Produzenten immer wieder minimale chemische Veränderungen vornehmen, sind die Stoffe legal. So lange, bis der Gesetzgeber nachzieht und die chemische Verbindung oder Stoffgruppe in die Liste verbotener Substanzen aufnimmt. Konsument*innen werden so zu Versuchspersonen in einem legalen, aber komplett unkontrollierten Markt, der durch die Verbotspolitik erst entsteht. Die Session zeigt, wie Plattformlogik und Prohibition sich gegenseitig verstärken. Es geht um Verantwortung im digitalen Zeitalter, um Regulierung, Gesundheitsrisiken und die Frage, wie eine nachhaltige Drogenpolitik aussehen müsste.
Speakers (1 speaker)
Marlene Halser
freie Reporterin