re:publica 2026 / Session

Datenbasierte Selbstermächtigung durch visuelle Repräsentation

May 19, 2026 • 16:15 – 16:45
Open on conference website
Scheduled
Format: (Kurz-) Vortrag (Kunst & Kultur)
Language: de

Description

In einer Zeit, in der Meeresgebiete umbenannt werden, eine US-Executive-Order Design als staatliche Initiative instrumentalisieren will und der Energiebedarf von Rechenzentren Dimensionen von Kleinstaaten erreicht, wird deutlich: Visuelle Repräsentation und Datenkolonialismus gehen im Technokapitalismus Hand in Hand.

Dieser Vortrag begreift Gestaltung nicht als Produkt der Industrialisierung, sondern als Kulturtechnik – als menschliches Bedürfnis, Welt zu ordnen und damit immer auch als Instrument von Macht, Kontrolle und Normierung. Diesem Machtgefüge stellt der Talk eine Gegenpraxis gegenüber, die Macht nicht nur kritisiert, sondern umkehrt, indem sie eigene zivile Dateninfrastrukturen aufbaut – vom Betrieb eigener Server bis zu Data-Driven Empowerment.

Anhand verschiedener Projekte aus unserer gestalterischen Praxis – von datengestützten Webapps zur Unterstützung der Repatriierung kolonial geraubter Human Remains bis hin zu Datenbank- und Kartografie-Pipelines zur Organisierung gegen Zwangsräumungen – zeigt der Vortrag, wie Daten und Gestaltung gemeinsam als zivilgesellschaftliche Gegenmacht funktionieren.

Dieser Programmpunkt wird durch die Stiftung Mercator unterstützt. / This programme session is supported by Stiftung Mercator.

Speakers (1 speaker)

R

Robin Coenen

Informationsdesigner an der Schnittstelle von Design, Wissenschaft, Technologie und visueller Anthropologie