Kommunikation kuratieren – Museen in der Aufmerksamkeitsökonomie
Description
Museen agieren heute in einem umkämpften Aufmerksamkeitsumfeld: Plattformen, News, Politik, Popkultur und Marken dominieren Reichweiten, während kulturelle Institutionen meist mit begrenzten Ressourcen, komplexen Strukturen und einem vermeintlich nischigen Programm arbeiten. Gleichzeitig genießen insbesondere Museen weiterhin hohes Vertrauen und stehen unter Druck, sichtbar und politisch positioniert zu sein. Der Vortrag fragt, wie Museen unter diesen Bedingungen relevant bleiben können, ohne sich vollständig den Logiken der Aufmerksamkeitsökonomie zu unterwerfen. Anhand von Beispielen aus der Kommunikationspraxis von Kunstakteuren werden Herausforderungen und Chancen des technologischen und gesellschaftlichen Wandels diskutiert. Im Zentrum steht der Ansatz, kuratorische und kommunikative Praxis verstärkt miteinander zu verschränken. Kommunikation wird dabei als gestaltbarer Raum verstanden – etwa indem Künstler*innen Kommunikationsformate entwickeln und institutionelle Tabus hinterfragt werden. Der Ansatz plädiert für ein neues Rollenverständnis und institutionelle Haltung statt reiner Reichweitenlogik.
Speakers (1 speaker)
Linus Lütcke
Projektleiter Strategie digitale Medien und Kommunikation