Wenn Nostalgie Distanz senkt: Sounds, Memes und rechtsextreme Anschlussfähigkeit
Description
Rechtsextreme Akteur*innen eignen sich Sounds, nostalgische Meme-Formate und Retro-Ästhetiken im audiovisuellen Raum an. Vertraute Popsongs, bekannte Medienbilder oder ironische Referenzen erzeugen emotionale Nähe, Zugehörigkeit und Vertrautheit, während ideologische Bezüge nicht immer sofort zu erkennen sind. Das funktioniert, weil Nostalgie für demokratiegefährdende Ideologien anschlussfähig ist, da sie an vereinfachte Vorstellungen eines „früher war alles besser“ andocken kann. Gerade in polarisierten und aufgeladenen Diskursen teilt sie die Welt in Davor und Danach, in Wir und Die Anderen, und reproduziert gefährliche Rhetoriken. Rechtsextreme Akteur*innen greifen solche Nostalgie-Narrative auf, verdichten sie und bringen sie in neue, anschlussfähige Formen, mit Normalisierung zum Ziel, denn nostalgische Bezüge verwischen die Distanz.
Die Session will aufzeigen, warum genau diese Narrative wirken und weshalb ihnen insbesondere in einer intergenerationellen, emotionalen Medienbildung Raum gegeben werden muss.
Speakers (1 speaker)
Charlotte Lohmann
Bildungsreferentin für Medienkompetenz und digitale Demokratie